Für Lohnhersteller, Labore und Händler
Diese Seite ist eine Übersetzung des englischen Originals. Bei Abweichungen zwischen den beiden Fassungen ist die englische Fassung maßgeblich.
Viele Marken geben ihren Hersteller als ihre „verantwortliche Person" in der EU an — das Unternehmen, das für das Produkt in der EU einsteht. Nicht alle fragen vorher.
"The product is in contact with food, and if there is any safety issue, we appear as the responsible party"
(Übersetzung: „Das Produkt hat Kontakt zu Lebensmitteln, und wenn es ein Sicherheitsproblem gibt, erscheinen wir als die verantwortliche Partei.")
— Beitrag im Amazon-EU-Verkäuferforum; die verkaufende Seite hatte die eigenen Angaben als verantwortliche Person eines Dritten veröffentlicht gefunden
Das Produkt aus diesem Beitrag ist kein kosmetisches Mittel. Wir zitieren den Beitrag, weil er das klarste öffentliche Beispiel dafür ist, dass ein Unternehmen erfährt, dass es benannt wurde, ohne zugestimmt zu haben.
Was Sie übernehmen, wenn Sie benannt werden
Die verantwortliche Person muss:
- eine Produktinformationsdatei führen — den Ordner mit den Dokumenten hinter dem Produkt (Art. 11);
- das Produkt im CPNP registrieren, dem Kosmetikportal der EU (Art. 13 Abs. 1);
- ihren Namen und ihre Anschrift auf jeder Einheit drucken lassen (Art. 19 Abs. 1 Buchst. a).
Die vollständige Liste der Pflichten steht in Art. 5.
Wenn Sie in der EU Produkte für fremde Marken herstellen, kann das automatisch bei Ihnen landen. Das Gesetz macht den in der EU ansässigen Hersteller zur verantwortlichen Person, sofern nicht eine schriftliche Vereinbarung (ein „Mandat") jemand anderen benennt (Art. 4 Abs. 3). Wie Art. 4 die Rolle vergibt →
Welche Ihrer Dokumente die Marke verwenden kann
Vermutlich haben Sie bereits vieles von dem, was eine Marke braucht. So wird jedes Dokument verwendet:
| Was Sie haben | Geht es in die Datei der Marke ein? |
|---|---|
| Rezeptur und Chargenprotokolle | Ja. Die Sicherheitsbewertung baut darauf auf, einschließlich Mischungen |
| Spezifikationen und Analysenzertifikate (CoAs) | Ja, für die Charge, die zur Rezeptur passt |
| GMP-Aufzeichnungen (Gute Herstellungspraxis) | Sie stützen den Herstellungsabschnitt der Datei (Art. 11 Abs. 2 Buchst. c), ersetzen aber nicht die schriftliche Beschreibung der Herstellungsweise |
| Ergebnisse von Stabilitäts- und Konservierungsmittelbelastungstests | Ja, und sie sind teuer zu wiederholen |
| Ihre eigene interne Sicherheitseinschätzung | Wir lesen sie, übernehmen sie aber nicht einfach. Eine qualifizierte Person muss den Sicherheitsbericht trotzdem unterzeichnen (Art. 10) |
| Ihr Name im Feld „verantwortliche Person" | Nur, wo Art. 4 ihn dorthin setzt, oder wo Sie schriftlich zugestimmt haben |
Ihre Lieferantennamen bleiben aus dem Bericht heraus
Wir entfernen Lieferantennamen aus der von uns gelieferten Sicherheitsbewertung. Die Produktinformationsdatei bewahrt dennoch die von Ihnen gesendeten Dokumente auf, jedes mit einem digitalen Fingerabdruck (einem Hash) protokolliert, sodass genau nachvollziehbar ist, was eingegangen ist. Wer diesen Ordner einsehen darf, vereinbaren Sie im Vertrag.
Wir entwickeln keine Rezepturen
Wir bewerten Produkte und führen die Dateien. Wir verkaufen keine Rezepturarbeit. Bevor Sie eine Rezeptur mit uns teilen, erhalten Sie schriftlich, wofür sie verwendet werden darf.
Wie wir zusammenarbeiten können
- Schicken Sie Ihre Marken zu uns für die Sicherheitsbewertung, die Produktinformationsdatei und eine Prüfung ihrer Werbeaussagen. Diese Arbeit muss erledigt werden, wer auch immer am Ende die verantwortliche Person ist. Fehlt ein Dokument, sagen wir Ihnen, welches.
- Benennen Sie uns als verantwortliche Person in der EU, statt die Rolle selbst zu übernehmen, per schriftlichem Mandat. Nicht sicher, ob Sie es sein sollten oder wir? Neun Fragen an jede verantwortliche Person →
- Sprechen Sie mit uns über Empfehlungen: Schicken Sie uns die Details →
Sie bekommen eine Liste, nicht einen Strom von E-Mails. Ihr Kunde meldet sich in unserem Kundenportal an und sieht genau, welche Dokumente das Produkt braucht, jedes mit dem Grund. Die Dokumentenanfrage ist so formuliert, dass sie unverändert an Sie weitergeleitet werden kann. Sobald das letzte Dokument vorliegt und die Rezeptur deklariert ist, folgt der unterzeichnete Sicherheitsbericht in der Regel innerhalb von 3 Werktagen.
Preise: Die Registrierung beginnt bei 345 €. Die Tätigkeit als verantwortliche Person kostet 360 € pro Produkt und Jahr in der gesamten EU. Was jeder Preis abdeckt →
Ein Festpreisangebot einholen → · Das Listing eines Kunden kostenlos prüfen →
Fertigen Sie in Korea statt in der EU? Dann ist die Lage anders. Für koreanische Marken →
Häufige Fragen
Meine Angaben wurden als verantwortliche Person abgedruckt, und ich habe dem nie zugestimmt. Was tue ich?
Halten Sie zuerst die Fakten fest: welches Produkt, welches Listing, und was auf der Verpackung steht. Vergleichen Sie das dann mit Art. 4. Stellen Sie das Produkt in der EU her, kann Art. 4 Abs. 3 Sie zur verantwortlichen Person machen, ganz gleich, ob jemand Sie gefragt hat. Wir können prüfen, was veröffentlicht wurde. Wir können keine Rechtsberatung geben.
Werden Sie mit uns konkurrieren?
Wir verkaufen Sicherheitsbewertungen und führen Produktinformationsdateien. Wir entwickeln keine Rezepturen.
Nennen Sie uns das Produkt, die Varianten und die Märkte — ein schriftliches Festpreisangebot.